Bildgattungen: Geschichte der Landschaftsmalerei


Ab dem 14. Jahrhundert entstand die Landschaftsmalerei als Hintergrund für die christliche Historienmalerei bei Giotto und seiner Schule. Der Naturalismus entwickelte sich im 15. Jahrhundert in der altniederländischen Malerei weiter (Jan van Eyck und Nachfolger). Es entstanden faszinierende Bilder von Landschaften, aber erst ab dem frühen 16. Jahrhundert vollzog sich die Entwicklung der Landschaftsmalerei hin zu einer selbständigen Gattung. Sowohl in der niederländischen als auch der „altdeutschen Kunst“ („Donauschule“) lassen sich die Anfänge aufzeigen. Im 17. Jahrhundert blühte die Gattung auf. Von der barocken Akademie wurde die neue Gattung nicht geschätzt, aber bei den Kunstkennern und -sammlern umso mehr. Die barocke Landschaftsmalerei ist vielfältig wie schon die folgende Aufzählung veranschaulicht: Frankenthaler Schule, holländische Landschaftsmalerei, Marinemalerei und Seestücke, heroische Landschaften (Lorrain), Arkadien und Bukolik, dramatische „Weltlandschaften“ (Rubens), topographische Landschaftsporträts, Jagstücke in Landschaften etc. Im 18. Jahrhundert entwickeln sich mit der Aufklärung ein neuer Naturbegriff sowie ein neues modernes Gefühl für die Natur. Im 19. Jahrhundert wurde die Landschaftsmalerei zu einer der dominierenden Kunstgattungen. Um 1900 schufen der deutsche Impressionismus und der französische Spätimpressionismus Landschaften in strahlendem Licht. Das „Zurück zur Natur“ Rousseaus und die romantische Konzeption von Landschaft prägten auch die Landschaftsmalerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Um 1900 drückt sich dies im Naturlyrismus, neoromantischen Tendenzen und auch im Jugendstil aus. Die Expressionisten beriefen sich auf die Tradition der Romantik und brachten in dieser Gattung Zivilisationskritik und die Sehnsucht nach Archaik und Primitivismus zum Ausdruck. Die Werke der Pariser Fauvisten dokumentieren Vitalismus und Dithyrambus. Die Gattung der Landschaft spiegelte im Verlauf der Klassischen Moderne zahlreiche Tendenzen: Kubismus, Pittura Metafisica, Magischer Realismus, Surrealismus, Amerikanische Realisten etc. Auch in der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gattung der Landschaftsmalerei fortgeführt. Hier seien nur einige Beispiele genannt: Pop Art, Fotorealismus und Neue Wilde. Ein Sonderphänomen ist die sogenannte „Land Art“.

In diesem Kurs werden die zahlreichen Tendenzen der Landschaftsmalerei anhand von Hauptwerken analysiert und die Frage nach der künstlerischen Intention geklärt. Die Entwicklungen dieser so spannenden Bildgattung werden im Kontext des jeweiligen geistes- und kulturgeschichtlichen Hintergrunds interpretiert.


Das Studium generale an der vhs Waldkraiburg bietet Ihnen ein verständliches Überblickswissen über ausgewählte wissenschaftliche Disziplinen mit relevantem Bezug zur Gegenwart. Aktuelle gesellschaftliche Trends können im Rahmen des Studium generale erklärt und analysiert werden. Grundlagen und Grundbegriffe, Zusammenhänge und Fakten werden systematisch und aufeinander aufbauend vermittelt.
Exkursionen und Sonderthemen werden begleitend dazu angeboten.
Erweitern Sie Ihren Horizont in angenehmer Lernatmosphäre - diskutieren Sie mit Gleichgesinnten!


Bitte mitbringen: Schreibutensilien
3 Nachmittage, 14.09.2018, - 26.10.2018,
Freitag, 15:30 - 17:30 Uhr
3 Termin(e)
Dr. phil. Stefan Schmitt
G12046
vhs Kurszentrum, Graslitzer Str. 17, 84478 Waldkraiburg, Florenz, 2. OG
Kursgebühr:
33,00
Belegung:

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