Philosophie

1918 bis „68er“ – Tendenzen deutscher Philosophie und Wissenschaft
In der Weimarer Republik entwickelten sich Philosophie und Wissenschaften vielfältig, dynamisch und international hochgeschätzt. Die Philosophie wies ein breites Spektrum unterschiedlicher Positionen mit berühmten Philosophen, aber ohne dominante Schule auf. Als neue "Wissenschaft von der Gesellschaft" etablierte sich die Soziologie. Sie avancierte zur politischen Leitwissenschaft und ihre Vertreter gehörten in der deutschen Hochschullandschaft zu den wenigen echten Demokraten (Horkheimer, Adorno, Marcuse u. a.). Die „Frankfurter Schule“ setzte neue Maßstäbe für das dialektische geschichtsphilosophische Denken, Soziologie und Psychologie. Das Problem der „Massen“ und der Gesellschaft, die Fragen nach der Macht und dem Erbe der Aufklärung werden Themen der neuen Sozialphilosophie. Es entwickelte sich aber auch eine rechtsintellektuelle Gesellschafts- und Kulturkritik (Spengler, Jünger, Moeller van den Bruck). Neben der Kulturkritik entstand die neue Richtung der Kulturphilosophie (Cassirer). Die Auflösung traditioneller Wertegefüge wiederum riefen auch die Sehnsucht nach einem religiösen Halt herauf (Scheler, Stein) und die Existenzphilosophie entwickelte sich mit Jaspers und Heidegger. Nach der „Machtergreifung“ änderte sich die Wissenschaft dramatisch, nicht zuletzt durch die Emigration zahlreicher Gelehrter. Viele der progressiven Entwicklungen wurden radikal unterdrückt und die NS-Ideologie triumphierte, was auch Thema dieser Veranstaltung sein wird. In der Nachkriegszeit sollten die Theorien der Frankfurter Schule im erheblichen Maße das Denken bis hin zu den „68ern“ prägen. Es entstand über die Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer u. a.) eine kritische Philosophie in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs. Diese Umbrüche in der Welt des Geistes wirken bis heute.


Das Studium generale an der vhs Waldkraiburg bietet Ihnen ein verständliches Überblickswissen über ausgewählte wissenschaftliche Disziplinen mit relevantem Bezug zur Gegenwart. Aktuelle gesellschaftliche Trends können im Rahmen des Studium generale erklärt und analysiert werden. Grundlagen und Grundbegriffe, Zusammenhänge und Fakten werden systematisch und aufeinander aufbauend vermittelt.
Exkursionen und Sonderthemen werden begleitend dazu angeboten.
Erweitern Sie Ihren Horizont in angenehmer Lernatmosphäre - diskutieren Sie mit Gleichgesinnten!
Bitte mitbringen: Schreibutensilien
4 Nachmittage, 20.11.2020 - 11.12.2020
Freitag, wöchentlich, 15:30 - 17:30 Uhr,
4 Termin(e)
Dr. phil. Stefan Schmitt
K12048
vhs Kurszentrum, Graslitzer Str. 17, 84478 Waldkraiburg, Florenz, 2. OG
Kursgebühr:
44,00

Belegung: 
 (noch 3 Plätze frei)