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Das Leben in Balance

Die Volkshochschulen sind in Bayern der größte Anbieter für Gesundheitsbildung. Mit jährlich rund 50.000 Gesundheitskursen und über 600.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellt der Programmbereich Gesundheit etwa 40% des Gesamtangebots der bayerischen Volkshochschulen.

Gesundheitsbildung ermöglicht Zukunftsfähigkeit

Zukunftsfähigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wohlstand unserer Gesellschaft hängen entscheidend von der Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger ab. Gesundheit wird deshalb im „strategischen Konzept der EU für die Gesundheit“ über alle anderen Güter gestellt. Dafür sind stärkere Investitionen in die Gesundheitsförderung und Prävention sowie die Integration von Gesundheitszielen in alle Politikbereiche notwendig. Volkshochschulen verstehen Gesundheit im Sinne der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization – WHO) als Zusammenspiel und individuell empfundenes Gleichgewicht von seelischen, körperlichen, sozialen und ökologischen Aspekten. Die zentralen Aufgaben der Gesundheits- und Umweltbildung an Volkshochschulen liegen in der Stärkung gesundheitlicher und ökologischer Ressourcen, gesundheitsförderlicher Lebensweisen und Lebensverhältnisse.

Gesund länger leben

Die Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems steht angesichts der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. Die steigende Lebenserwartung bietet für das Individuum große Chancen, es wächst aber auch die Notwendigkeit, Eigenverantwortung im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention zu übernehmen. Das Angebot der Volkshochschulen zur Gesundheitsbildung leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitssystem: immer mehr ältere Bürgerinnen und Bürger besuchen an den bayerischen Volkshochschulen Seminare und Kurse im Bereich der Gesundheitsbildung. Sie verbessern damit ihre Lebensqualität, haben am gesellschaftlichen Leben teil und stärken ihre Fähigkeit, lebenslang zu lernen. Durch intergenerationelles Lernen fördern die Volkshochschulen in der Gesundheitsbildung das Verständnis der Generationen füreinander und ermöglichen das Erkennen eigener (Gesundheits-) Potenziale.

Gesundheit für alle – Teilhabe ermöglichen

Die bayerischen Volkshochschulen setzen die Forderung der EU-Kommission „Gesundheit für alle“ bereits seit langem um. Sie ermöglichen Gesundheitsbildung für alle Bürgerinnen und Bürger zu fairen Preisen. So tragen sie zur Verbesserung gesundheitlicher Chancengleichheit bei und erfüllen ihren öffentlichen Auftrag. Für die Kommunen sind die bayerischen Volkshochschulen der erste Ansprechpartner in der Gesundheitsbildung. Sie bieten ihr Programm flächendeckend und wohnortnah in kommunalen Netzwerken an. Ihr verlässliches Angebotsspektrum von hoher Qualität macht sie als Kooperationspartner für Behörden, Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen, Selbsthilfegruppen und Verbraucherzentralen, aber auch für andere lokale Anbieter interessant. Durch die Vernetzung der Akteure ermöglichen sie Synergieeffekte. Niederschwellige Gesundheitsangebote in der Kommune, die auch einkommensschwächere und bildungsfernere Milieus erreichen, verdeutlichen die Rolle der Volkshochschulen als Unterstützungssystem im sozialen Raum und erhöhen die Attraktivität der Kommunen.

Gesund leben und arbeiten

Zunehmende Komplexität und Geschwindigkeit sowie unsichere Arbeitsverhältnisse kennzeichnen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld von Organisationen und ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Es gilt, Konzepte zu entwickeln, die eine Sicherung des Fachkräfteanteils und die Erhaltung der Arbeits-, Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern gewährleisten. Grundlage hierfür sind gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen und die Gesundheit des Einzelnen. Durch individuelle Gesundheitsförderung stärken die bayerischen Volkshochschulen gesündere Lebensstile und schaffen Bewusstsein für Work-Life-Balance. Sie sind wichtiger Partner in kommunaler Gesundheitsförderung und im Rahmen von betrieblichem Gesundheitsmanagement in Kooperation mit Krankenkassen, Sport­vereinen und Unfallkassen. Ein Indikator für die enorme Belastung durch Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung könnte in der extremen Zunahme depressiver Erkrankungen gesehen werden. Psychische Erkrankungen werden laut Prognose der WHO bis zum Jahr 2020 die zweithäufigste Gesundheitsstörung (nach Skeletterkrankungen). Bayerische Volkshochschulen betreiben hier mit zielgruppenspezifischen Kursangeboten Prophylaxe: im Bereich der Lehrergesundheit z. B. mit Angeboten zu Stress-, Konflikt- und Zeitmanagement, aber auch zur Rückengesundheit und zum besseren Einsatz von Atem und Stimme.

Gesunde Lebensbedingungen nachhaltig fördern

Volkshochschulen sehen sich als öffentliche Einrichtungen der Lösung von Fragen des Ressourcenhaushalts, des Klimawandels sowie der Bildungs- und Generationengerechtigkeit verpflichtet. In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und anderen Partnern im Bereich Klimaschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung tragen die bayerischen Volkshochschulen zur Gestaltung gesünderer Umwelt- und Lebensbedingungen bei. Ressourcenschonendes individuelles Verhalten stärken sie durch Qualifizierungen im Bereich Umweltpädagogik und Wissensvermittlung ökologischer Zusammenhänge. Auf diese Weise leisten die Volkshochschulen auch im Bereich Ernährung und Kochen einen Beitrag zur Gesundheits- und Umweltbildung.

Qualität in der Gesundheitsbildung

Die Gesundheitsbildung der Volkshochschulen orientiert sich am bundesweiten Rahmenplan Gesundheit und den programmspezifischen Qualitätsempfehlungen. Für die Gesundheitsbildung der bayerischen Volkshochschulen wurde vom Bayerischen Volkshochschulverband e.V. ein Qualitätshandbuch entwickelt. Qualifizierte Dozentinnen und Dozenten in der Gesundheitsbildung der Volkshochschulen verfügen über gesundheitswissenschaftliche Fachkompetenz, fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Erwachsenenbildung sowie ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit. Die bayerischen Volkhochschulen legen großen Wert auf die Einbindung der Kursleiterinnen und Kursleiter im Gesundheitsbereich in das System der bvv-Fortbildung.